Eine Debatte, die langsam aber sicher auch überflüssig wird. LNTs und SNTs teilen sich nach wie vor dem Platz in vielen verschiedenen Werkstätten. Auch in meiner Werkstatt finden sich Schaltnetzteile und Linearnetzteile verschiedener Größen.

LNTs sind die älteren, dafür allerdings auch leider die, die einen geringeren Wirkungsgrad haben. Sie verbraten unter größerer Belastung viel Energie, was dafür sorgt, dass das Gehäuse bzw. die Kühlkörper sehr warm werden können. LNTs arbeiten meist mit einem Transistor, über dem einen Spannungsabfall erzeugt wird. Auch wenn dafür große Leistungstransistoren eingesetzt werden, fällt über diesen eine große Leistung ab. Der Effekt wird verstärkt, wenn dabei große Strom fließt und eine geringe Ausgangsspannung benötigt wird. Durch den großen Spannungsabfall am Transistor und dem großen Strom ergibt sich dadurch eine erhebliche Verlustleistung.

Allerdings liefern LNTs eine sehr sauberer Ausgangsspannung, die selten von Interferenzen überlagert ist. Das macht die besonders für µControllerschaltungen bzw. sensible Schaltungen interessant. Auch sind sie relativ einfach aufgebaut und mit wenigen Bauteilen realisierbar. Meistens dient ein einfacher Längstransistor mit einer Z-Diode an der Basis als fertiger Regelkreis.

Auch ergibt sich daraus, dass LNTs nur dafür genutzt werden können Spannungen herunter zu regeln. LNTs sind aber auch heute noch weit verbreitet, gerade die 78xx- und 79xx-Regler finden sich heute noch überall auf Platinen.

SNTs sind vergleichsweise neue auf dem Markt, doch es gibt bereits viele verschiedene Varianten, die aber alle auf einem ähnlichen Prinzip beruhen. Eine Speicherdrossel dient dabei als eigentliche Stromquelle und ein Kondensator als Spannungsquelle. Diese können verschieden verschalten sein, wobei sich je nachdem eine andere Funktion ergibt. So kann unter anderem Aufwärtsregler sowie Abwärtsregler, auch Step-Up- und Step-Down-Wandler genannt, aufgebaut werden. Je nach Induktivität der Spule kann auch mehr Strom gezogen werden, als der Transformator liefern kann. Dies gilt aber nur bei Step-Down. Bei Step-Up kann meist nur sehr wenig Strom gezogen werden. Der Vorteil bei SNTs ist, dass der Wirkungsgrad bis zu 90% oder noch mehr betragen kann, üblich sind allerdings +-80%. Schaltnetzteile benötigen je nach Aufwand entweder viel oder wenig Bauteile. Einfache Schalterregler sind schon mit acht Bauteilen realisierbar. Auch gibt es bereits fertig integrierte Schalterregler zu kaufen, dadurch muss man diese nicht selber aufbauen.

Der Nachteil ist, dass Schaltnetzteile durch die Taktung einen Wechselspannungsanteil auf die Ausgangsspannung geben. Diese kann selten komplett eliminiert werden. Drum findet man häufig die Bezeichnung Vrms oder Vpp bei Schaltnetzteilen. Dies steht für die Restwelligkeit der Wechselspannung und sollte möglichst klein sein. Schaltregler werden wegen dem Schaltungsaufwand (große Spule und großer Kondensator) meist nur als Leistungsnetzteil aufgebaut, wenn man wenig Strom braucht, reichen meistens auch kleine Festspannungsregler.

Man sieht also, dass beide Netzteiltypen noch ihre Berechtigung haben, da sie beide Vor- und Nachteile haben. Wenn ich mehr als 1A Strom benötige, schuster ich mir meistens ein kleines SNT zusammen, bei weniger reichen mir meine Linearregler, da es dann auch nicht sonderlich auf die Verlustleistung ankommt. Wer nur auf SNTs oder LNTs setzt, der hat dafür meist auch seine Gründe, aber streiten muss man sich bei dem Thema eigentlich weniger…